Archäologische Untersuchungen in der Katharinenkirche

In mehreren Bereichen wurde innen und aussen neben den Waenden gegraben, um die Standfestigkeit der Fundamente zu untersuchen.Der Archaeologe Hans-Peter Volpert, der diese Arbeiten begleitete hat folgendes gefunden: Entlang der Suedwand befanden sich erwartungsgemaess einige Graeber. Fuer die gotische Apsis wurde offensichlich teilweise Baumaterial aus dem Vorgaengerbau verwendet. Schliesslich konnte noch nachgewiesen werden,dass sich an der Stelle des heutigen Eingangs bereits ein romanisches Portal befand. Die Annahme der Bauforscher, dass es urspruenglich nur ein Suedportal gab, war damit widerlegt. Der heute dort noch sichtbare zugemauerte Torbogen gehoerte zu einem Nebenausgang zum Friedhof. Weitere Grabungen wurden vor der Anlage einer behindertengerechten Rampe an der Nordseite durchgefuehrt. Dort wurden mehrere Schaedel und Skelettteile gefunden die alle ins 13. Jahrhundert datiert werden konnten. Auch ein schlichter Grabstein aus dieser Zeit wurde freigelegt. Offensichtlich befand sich an der Nordseite ein Friedhof aus der Erbaungszeit der romanischen Kirche. Die Katharinenkirche hat ihre Gestalt im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geaendert. Im Zuge der Vorbereitung der Restaurierung des Gotteshauses wurde die Bausubstanz vom Ingenieurbuero Barthel & Maus gruendlich untersucht. Daraus resultieren die detaillierten Zeichnungen unter der Rubrik "Baugeschichte". Ueberall dort, wo keine Mauern mehr stehen, lassen sich natuerlich keine Angaben machen. Insbesondere die Zeichnungen zum Apsisbereich der romanischen Kirche sind deshalb nur spekulativ. Um genauere Informationen, besonders auch uber diesen Bereich zu bekommen, hat der Foerderverein dazu einen Auftrag zur Untersuchung mit Georadar gegeben. Bei dieser Methode werden Radarstrahlen in den Boden gesendet. Aus der unterschiedlichen Reflexion der Strahlen kann auf Veraenderungen im Untergrund geschlosen werden. Im Langhaus hat sich bestaetigt, dass das Bodenniveau des ersten romanischen Baus, von dem die Mauern im Norden, Westen und Sueden bis heute noch stehen, um 1,20 bis 1,40 m tiefer lag. Messanomalien in den Ecken im Suedosten und Nordosten sind nicht eindeutig erklaerbar. Es koennte sich dabei um Verstaerkungen der Fundamente handeln. Die Messungen in der Apsis waren nur schwer durchzufuehren, da die gemauerten Altaere stoerten und die schmalen Restflaechen die Messgenauigkeit stark reduzierten. Nachdem Ende des 15.Jahrhunderts das Baumaterial wohl weitgehend abgetragen und fuer die gotische Apsis verwendet wurde, konnten keine Reste der romanischen Apsismauer nachgewiesen werden. Da in den restlichen zwei Dritteln der Apsis auch kein Hinweis auf das tiefer gelegene Niveau analog zum Langhaus gefunden wurde, ist davon auszugehen, dass die alte Apsis relativ kurz war und sich auf den westlichen Teil beschraenkte. Sensationell ist der Fund einer rechteckigen Flaeche, die ab einer Tiefe von 70 cm gefunden wurde. Es koennte sich dabei um eine Grablege oder um einen Sarkophag handeln. Fuer diese Flaeche empfahl der Leiter der Radarmessung ausdruecklich die Durchfuehrung einer archaeologischen Grabung. Das staatliche Bauamt war wegen des Zeitverlusts dagegen. Von Seiten des Landesamts fuer Denkmalpflege wurden alle Eingriffe in den Boden strikt verboten. Die Strukturen im suedlichen Aussenbereich sind wohl auf Kanaele aus dem 20.Jahrhundert zurueckzufuehren. Die Ergebnisse der Georadarmessungen sind im folgenden Bild zusammengefasst: